John Wesley: 3 Regeln zum Gebrauch von Geld - immer noch aktuell!

John Wesley (1703 - 1791)

war ein englischer Erweckungsprediger und bei Wikipedia lesen wir weiter:

Das religiöse Denken in Bezug auf die Ziele ist bei John Wesley praktischer Natur. Das Hauptgewicht liegt nicht auf Meinungen und Lehren, sondern auf Gesinnung und Lebensführung.John Wesley hat keine systematische Theologie hinterlassen und noch weniger seine Anhänger auf eine Sonderlehre verpflichtet, aber er hat deutliche Akzente gesetzt, die bis heute für die methodistischen Kirchen wesentlich sind.


Seine Regeln zum Umgang mit Geld - nach Jahrhunderten immer noch aktuell:
Regel 1: Erwirb soviel du immer kannst
Regel 2: Spar (ein) soviel du kannst
Regel 3: Gib alles was du hast

Regel 1: Erwirb soviel du immer kannst

Die erste Regel ist (wer Ohren hat zu hören, der höre): "Erwirb, soviel du immer kannst."

Hier können wir sprechen wie die Kinder dieser Welt, wir begegnen ihnen auf ihrem eigenen Boden. Es ist unsere unerlässliche Pflicht, dieses zu tun; wir sollten erwerben, soviel wir können, vorausgesetzt, dass wir das Geld nicht zu teuer kaufen, nicht mehr dafür bezahlen, als es wert ist. Das dürfen wir gewiss nicht tun.

Erstens sollen wir nicht Geld erwerben auf Kosten des Lebens, noch (was in Wirklichkeit auf dasselbe hinausläuft) auf Kosten unserer Gesundheit. Deshalb sollte kein Gewinn, von welcher Art auch immer, uns bewegen, in irgendeine Arbeitsstelle einzutreten oder darin zu bleiben, die von solcher Art ist oder mit so anstrengender oder so anhaltender Arbeit verbunden ist, dass unsere Gesundheit darunter leidet.
Auch sollten wir keine Beschäftigung anfangen oder fortsetzen, die uns zwangsweise der erforderlichen Zeit zum Essen und Schlafen beraubt. Freilich gibt es hier einen großen Unterschied.
Manche Beschäftigungen sind überhaupt und unter allen Umständen ungesund, namentlich solche, bei denen man viel mit Arsen oder anderen gleich schädlichen Mineralien umgehen oder eine mit Dünsten von geschmolzenem Blei geschwängerte Luft einatmen muss, was zuletzt die festeste Gesundheit zerstören muss. Andere Beschäftigungen mögen nicht überhaupt ungesund sein, sondern bloß für Personen von schwacher Körperbeschaffenheit. Dahin gehören anhaltende schriftliche Arbeiten, besonders wenn man sitzend schreibt und sich auf die Brust in der Magengegend lehnt oder lange in einer unbequemen Stellung verharrt. Aber was auch immer Vernunft oder Erfahrung als zerstörerisch für Gesundheit oder Körperkraft zeigen: Wir dürfen uns dem nicht einfach fügen. Wir wissen doch: "Das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung." Sind wir bereits in solch einer Arbeit tätig, so sollten wir sie sobald als möglich mit einer anderen vertauschen, die, wenn sie auch unseren Verdienst schmälert, doch unserer Gesundheit keinen Eintrag tut.

Wir sollen zweitens erwerben, so viel wir können, ohne dass wir unser inneres Empfinden verletzen, so wenig wie unseren Körper. Darum geht es: Wir müssen auf alle Fälle eine gesunde, ausgeglichene Gemütslage bewahren. Daher dürfen wir uns in kein sündiges Gewerbe einlassen oder es weiter betreiben, in keines, das dem Gesetze Gottes oder unseres Landes zuwider ist. Dazu gehören alle, bei denen wir zwangsläufig den König berauben oder um seinen ihm gesetzlich zustehenden Zoll betrügen. Denn es ist ebenso sündig, den König um seine Gebühren zu betrügen, als unsere Mitbürger zu berauben. Der König hat ebensoviel Recht auf seine Zölle, als wir auf unsere Häuser und Kleider haben. Andere Geschäfte gibt es, die, so unschuldig sie auch an sich sein mögen, doch jetzt nicht mit gutem Gewissen betrieben werden können, wenigstens nicht in England, z.B. solche, die keinen genügenden Lebensunterhalt gewähren, ohne dass man zu Lug und Trug Zuflucht nimmt, oder sich nach Sitten richtet, die mit einem guten Gewissen unvereinbar sind. Es ist heiligste Pflicht, diese zu vermeiden, mit welchem Gewinn sie auch verbunden sein mögen, vorausgesetzt, man unterwirft sich den Geschäftssitten; denn wir dürfen nicht, um Geld zu verdienen, "Schaden nehmen an unserer Seele".
Es gibt noch andere Geschäfte, die viele mit gutem Gewissen treiben, ohne weder ihrem Leib noch ihrer Seele zu schaden; und dennoch kannst du es vielleicht nicht. Entweder verwickeln sie dich in eine Gesellschaft, welche deiner Seele zum Verderben gereichen würde, und durch wiederholte Versuche mag es zutagetreten, dass du das eine von dem andern nicht trennen kannst, oder es mag eine individuelle Veranlagung vorhanden sein, eine seltsame Eigentümlichkeit in der Beschaffenheit deiner Seele (wie sie in der Leibesbeschaffenheit vieler zu finden ist), infolge deren das Geschäft, das ein anderer ungefährdet betreiben mag, für dich verderblich ist. So bin ich nach vielen Versuchen überzeugt, dass ich es im Studium der Mathematik, der Arithmetik oder Algebra nicht zu irgendeinem Grade der Vollkommenheit bringen könnte, ohne Deist, wenn nicht gar Atheist zu werden, und doch können andere diese Fächer ihr Leben lang ohne innere Beeinträchtigung treiben. Keiner kann hier für einen anderen entscheiden, sondern ein jeder muss persönlich für sich selbst urteilen und sich all dessen enthalten, was er persönlich für seine Seele schädlich findet.

Wir sollten drittens soviel erwerben, als wir können, ohne unserem Nächsten zu schaden.
Dieses aber dürfen und können wir nicht tun, wenn wir "unseren Nächsten lieben wie uns selbst". Wir dürfen nicht, wenn wir jedermann lieben wie uns selbst, irgend jemanden an seinem Vermögen schädigen. Wir dürfen nicht den Ertrag seiner Ländereien, vielleicht sogar die Ländereien und Häuser selbst an uns reißen durch Spielen, durch überhöhte Rechnungen (sei es für ärztliche Hilfe, Rechtsbeistand oder sonst etwas) oder dadurch, dass wir solche Zinsen fordern oder nehmen, wie sie sogar unsere Landesgesetze verbieten. Hierdurch ist das ganze Pfandleihwesen ausgeschlossen, da, wie alle unvoreingenommenen Menschen mit Bedauern erkennen, alles Gute, welches dadurch bewirkt werden könnte, durch den daraus entspringenden Schaden bei weitem überwogen wird. Und wäre es auch anders, so ist es uns doch nicht erlaubt, "Böses zu tun, damit das Gute kommt".
Wir können nicht in Übereinstimmung mit brüderlicher Liebe unsere Ware unter dem Marktpreise verkaufen, wir können es nicht darauf anlegen, unseres Nächsten Gewerbe zugrunde zu richten, um unser eigenes zu fördern; viel weniger dürfen wir irgendeinen seiner Dienstboten oder Arbeiter, die er doch braucht, ihm abspenstig machen oder bei uns aufnehmen. Niemand kann das Vermögen seines Nächsten betrügerisch an sich ziehen, ohne sich die höllische Verdammnis zuzuziehen!

Auch dürfen wir keinen Gewinn erzielen, indem wir unseren Nächsten an seinem Leibe schädigen. Deshalb dürfen wir ihm nichts verkaufen, was seiner Gesundheit Eintrag tut. Dahin gehören vorzugsweise alle Arten jenes flüssigen Feuers, das man gemeinhin Schnaps nennt, oder geistige Getränke. Zugegeben, diese mögen in der Medizin anwendbar sein, sie mögen bei einigen körperlichen Störungen ihren Nutzen haben, obgleich es selten nötig sein würde, wenn der Arzt seine Kunst recht verstände. Daher mögen solche, welche Alkoholika bloß zu diesem Zweck zubereiten und verkaufen, ihr Gewissen rein erhalten. Wer aber sind diese? Wer bereitet sie bloß zu ärztlichen Zwecken? Wisset ihr zehn solche Brennereien in unserem Lande? Dann entschuldigt diese. Alle aber, welche es wie allgemein üblich an jeden verkaufen, der da kaufen will, sind allgemeine Vergifter. Sie morden die Untertanen Seiner Majestät im Großen und weder zu schonen, noch barmherzig zu sein, liegt in ihrem Blickfeld. Sie treiben ihre Mitmenschen in die Hölle wie Schafe. Und was ist ihr Gewinn? Ist es nicht das Blut dieser Menschen? Wer wollte sie daher um ihre großen Güter und prächtigen Paläste beneiden? Ein Fluch ruht darauf. Der Fluch Gottes haftet an deren Steinen, Balken und Möbeln! Der Fluch Gottes ist in ihren Gärten, in ihren Alleen und Lustwäldern; ein Feuer, das bis in die unterste Hölle brennt! Blut, Blut ist dort. Der Grund, der Fußboden, die Mauern, das Dach sind mit Blut befleckt! Und kannst du hoffen, du Blutmensch, wenngleich du dich "kleidest mit Purpur und kostbarer Leinwand und lebst alle Tage herrlich und in Freuden", kannst du hoffen, deine "Blutäcker" auf die dritte Generation zu vererben? Nimmermehr! Denn es ist ein Gott im Himmel: Darum wird dein Name bald ausgerottet werden. Wie diejenigen, welche du mit Leib und Seele zu Grunde gerichtet hast, "wird die Erinnerung an dich mit dir untergehen".

Und sind nicht auch sie im obigen Sinne mitschuldig, die mit dem Leben oder der Gesundheit der Menschen spielen, um ihren eigenen Gewinn zu vermehren (wenngleich der Grad der Mitschuld geringer sein mag), sie seien Wundärzte, Apotheker oder Ärzte, die den Schmerz oder die Krankheit, die sie schleunigst beseitigen könnten, absichtlich in die Länge ziehen; die die Heilung eines Kranken verzögern, um dessen Vermögen zu plündern? Kann jemand vor Gott frei dastehen, der nicht jedes Leibesübel, "so viel er kann", abkürzt und alle Krankheiten und Leiden, so bald er kann, beseitigt? Er kann es nicht; denn nichts ist klarer, als dass er "seinen Nächsten nicht liebt wie sich selbst"; als dass er "andern nicht tut, was er will, dass sie ihm tun sollen."

Dies ist teuer erkaufter Gewinn.
Teuer erkauft ist auch das, was durch die Verletzung unseres Nächsten an seiner Persönlichkeit erzielt wird; angenommen durch offenes oder heimliches Anstiften zu Unkeuschheit oder Unmäßigkeit; das kann gewiss niemand tun, der irgendwelche Gottesfurcht oder irgendein wirkliches Verlangen hat, Gott zu gefallen. Alle die, welche irgend etwas mit Schank-, Speise-, Opern-, Schauspielhäusern oder mit anderen Orten öffentlicher Belustigung für die feine Welt zu schaffen haben, mögen das wohl bedenken. Ist dergleichen der Persönlichkeit des Menschen förderlich, so bist du frei, so ist dein Gewerbe gut und dein Gewinn unschuldig; sind sie aber entweder an sich selbst sündig oder ihrem Wesen nach Einfallstore zu mancherlei Sünden, dann steht zu befürchten, dass du eine schwere "Rechenschaft" abzulegen haben wirst. O hüte dich, dass nicht Gott an jenem Tag sagen wird: "Diese sind um ihrer Sünde willen gestorben; aber ihr Blut will ich von deiner Hand fordern."

Im Rahmen dieser Warnungen und Einschränkungen ist es die unerlässliche Pflicht aller, die in weltlicher Arbeit beschäftigt sind, dass sie jene erste und große Regel christlicher Weisheit bezüglich des Geldes einhalten: "Erwirb, so viel du kannst." Erwirb alles, was du durch ehrlichen Fleiß erwerben kannst. Wende in deinem Beruf allen möglichen Fleiß auf. Verliere keine Zeit! Wenn du dich selbst und dein Verhältnis zu Gott und Menschen verstehst, dann weißt du, dass du keine Zeit zu verlieren hast. Wenn du deinen eignen Berufs so verstehst, wie du solltest, so wirst du keine überflüssige Zeit haben. Jedes Geschäft wird genug Arbeit für jeden Tag und jede Stunde gewähren. Da, wo du hingestellt bist, wird dir für törichte, unnütze Zerstreuungen keine Muße bleiben, wenn du obiges ernst nimmst. Du hast immer etwas Besseres zu tun, etwas, das dir mehr oder weniger Nutzen bringen wird. Und "was immer deine Hand zu tun findet, tu es mit deiner Kraft." Tu es so bald wie möglich: Keine Verzögerung! Kein Aufschieben von Tag zu Tag oder Stunde zu Stunde! Nie lass etwas bis morgen liegen, was du heute tun kannst. Und mach es so gut wie möglich. Schlummere oder gähne nicht darüber, widme dem Werk deine ganze Kraft. Spare keine Mühe. Tu nichts halb oder nachlässig und oberflächlich. Lass in deinem Geschäft nichts unausgeführt, wenn es mit Anstrengung oder Geduld ausgeführt werden kann.

Erwirb, so viel du kannst,
durch gesunden Menschenverstand, dadurch, dass du in deinem Geschäft allen Verstand gebrauchst, den Gott dir gegeben hat. Es ist erstaunlich zu beobachten, wie wenige dies tun, wie Menschen im selben ausgefahrenen Gleis hinter ihren Vorfahren her kommen. Aber was immer sie tun, die Gott nicht kennen: für dich ist das nicht maßgebend. Es ist eine Schande für einen Christen, wenn er sie nicht in allem übertrifft, was er in die Hand nimmt. Du solltest laufend dazulernen, sei es aus der Erfahrung anderer oder aus deiner eigenen Erfahrung oder aus Lesen und Nachdenken, um alles, was du zu tun hast, heute besser zu machen als gestern. Und trage Sorge, dass du auch ausübst, was du lernst, damit du alles aufs beste ausnützest, was dir zur Verfügung steht.


Regel 2: Spar (ein), soviel du kannst

Hast du durch ehrliche Weisheit und unermüdlichen Fleiß alles erworben, was du kannst, so lautet die zweite Regel der christlichen Klugheit: "Spare, so viel du kannst."
Wirf die kostbare Gabe nicht ins Meer, überlass diese Tollheit heidnischen Philosophen. Wirf sie nicht weg in unnützen Ausgaben, was genau dasselbe ist wie sie ins Meer werfen. Gib keinen Teil davon aus, bloß um "dem Verlangen des Fleisches, dem Verlangen der Augen oder dem Stolz des Lebens zu willfahren".

Verschwende keinen Teil einer so köstlichen Gabe bloß in der Befriedigung der Fleischeslüste, im Genuss irgendwelcher sinnlicher Vergnügungen, am allerwenigsten derer des Gaumens. Ich meine nicht, dass du bloß Schlemmerei und Trunkenheit meiden sollst; ein rechtschaffener Heide würde diese verdammen. Aber es gibt eine gewisse geregelte, anständige Sinnlichkeit, ein feines Geniessertum, das nicht unmittelbar den Magen durcheinander bringt noch (spürbar wenigstens) den Verstand trübt. Und doch (um im Augenblick keine anderen Wirkungen zu erwähnen) kann es nur unter beträchtlichem Kostenaufwand stattfinden. Mach mit diesen Ausgaben ein Ende!

Verachte auserlesene und mannigfaltige Speise und "sei mit dem Zufrieden", was die einfache Natur erfordert.

Verschwende keinen Teil einer so kostbaren Gabe in der bloßen Befriedigung der Augenlust durch überflüssige oder kostspielige Kleidung oder durch unnötigen Zierrat. Verschwende keinen Teil davon in seltsamem Ausschmücken des Hauses, in überflüssigem oder kostbarem Hausrat, in prachtvollen Bildern, Gemälden, Vergoldungen, Büchern, in mehr zierlichen als nützlichen Gärten. Lass deine Nachbarn, die nichts Besseres wissen, dies tun: "Lass die Toten ihre Toten begraben."
"Aber was geht das dich an?"
spricht unser Herr. "Folge du mir nach." Willst du das? Dann kannst du das tun.

Gib nichts aus, um dem Stolz im Leben zu frönen, um die Bewunderung oder das Lob der Menschen zu gewinnen. Dieser Beweggrund zur Verschwendung vermengt sich häufig mit einem oder beiden der vorhergehenden. Manche Leute sind verschwenderisch in Kost oder Kleidung oder Hausrat, nicht bloß um ihre Esslust zu befriedigen oder ihrem Schönheits- oder Kunstsinn zu schmeicheln, sondern auch um ihrer Eitelkeit Tribut zu zollen.
"Solange du dir ein gutes Leben machst, wird man Gutes von dir reden."
So lange du dich "kleidest in Purpur in feines Leinen" und jeden Tag aufwendig lebst, werden ohne Zweifel viele deinen erlesenen Geschmack, deine Freigebigkeit und Gastfreiheit loben. Erkaufe aber ihren Beifall nicht so teuer. Begnüge dich lieber mit der "Ehre, die von Gott kommt".

Wer würde irgendetwas zur Befriedigung dieser Lüste ausgeben, wenn er bedächte, was sie befriedigen, sie vermehren heißt? Nichts ist gewisser als dies. Die tägliche Erfahrung zeigt: je mehr man ihnen nachgibt, desto mehr werden sie. Wie viel du deshalb ausgibst, um deinem Gaumen oder anderen Sinnen zu frönen, so viel bezahlst du zur Förderung deiner Sinnlichkeit. Wenn du Geld ausgibst, um dein Auge zu befriedigen, gibst du ebenso viel für das Zunehmen des Seltsamen aus – dass du stärker an den Vergnügungen hängst, die ja im Genuss vergehen. Wenn du etwas kaufst, wofür man dir Beifall klatscht, kaufst du dir nur mehr Eitelkeit. Hattest du denn nicht schon genug Eitelkeit, Sinnlichkeit und Vergnügungssucht? Musste da noch mehr dazu? Und wolltest du dafür auch noch bezahlen? Was für eine seltsame Sorte von Weisheit ist denn dies? Wäre es nicht eine weniger verhängnisvolle Torheit, buchstäblich dein Geld ins Meer zu werfen?

Und warum solltest du Geld an deine Kinder verschleudern, noch mehr als an dich selbst, in erlesener Speise, in prunkvoller oder kostbarer Kleidung, in irgendwelchen überflüssigen Dingen?
Warum solltest du für sie mehr Hoffart oder Lust, mehr Eitelkeit oder närrische oder schädliche Wünsche kaufen? Nichts mehr brauchten sie, sie haben schon genug; die Natur hat hinlänglich für sie vorgesorgt. Warum solltest du dir noch weitere Kosten machen, um ihre Versuchungen und Fallstricke zu vermehren und sie mit vielen Sorgen zu peinigen?

Hinterlasse ihnen kein Vermögen zum Verschleudern. Hast du begründete Befürchtungen, sie würden, was jetzt in deinem Besitz ist, verschleudern, indem sie des Fleisches Lust, der Augen Lust oder das stolze Leben befriedigen und hierdurch vermehren, so lege ihnen um der Gefährdung ihrer und deiner eigenen Seele willen nicht diese Fallen in den Weg. Opfere deine Söhne und Töchter nicht dem Belial, so wenig wie man hätte dem Moloch opfern dürfen. Hab Erbarmen mit ihnen und räume aus dem Weg, was ihre Sünden, wie du leicht vorhersehen kannst, vermehren und sie folglich tiefer ins ewige Verderben stürzen wird. Wie unbegreiflich ist die Verblendung solcher Eltern, die meinen, sie könnten ihren Kindern nie genug hinterlassen. Wie! Könntet ihr ihnen nicht genug Pfeile, Feuerbrände und Tod hinterlassen? Nicht genug törichte und schädliche Begierden? Nicht genug Hoffart, Lust, Ehrsucht, Eitelkeit? Nicht genug ewiges Feuer? Armer Mann! Du fürchtest, wo nichts zu fürchten ist. Gewiss werdet ihr alle, du und sie, wenn ihr eure Augen in der Hölle aufhebt, genug haben sowohl vom "Wurm, der niemals stirbt", wie auch vom "Feuer, das nicht verlöscht".

"Was also würdest du tun, wenn du in meiner Lage wärst, wenn du ein beträchtliches Vermögen zu hinterlassen hättest?" Ob ich es tun würde oder nicht, ich weiß, was ich tun sollte; das wäre für mich keine Frage. Hätte ich ein Kind, älter oder jünger, das den Wert des Geldes kennt, das es — nach meiner Meinung — richtig verwenden würde, so hielte ich es für meine absolute, unumgängliche Pflicht, diesem Kind den Hauptteil meines Vermögens zu hinterlassen; meinen anderen Kindern gerade so viel, dass sie so leben können, wie sie es bisher gewohnt waren. "Wie aber, wenn alle deine Kinder zum rechten Gebrauch des Geldes gleich unfähig wären?" Dann müsste ich (eine harte Rede! Wer kann sie hören?) einem jeden so viel geben, was ihn des Mangels enthebt, und den ganzen Rest in solcher Weise verwenden, dass es — nach meinem Urteil — am meisten zur Ehre Gottes dient.

Regel 3: Gib alles was du hast.

Niemand aber bilde sich ein, dass er etwas getan hat, wenn er bloß so weit geht, dass er "erwirbt und spart, so viel er kann, aber dabei stehen bleibt. All dies bedeutet noch nichts, wenn ein Mann nicht weiter geht und alles auf einen höheren Zweck richtet. Auch kann man tatsächlich nicht von jemand sagen, er spare etwas, wenn er es nur aufhäuft. Du kannst genau so gut dein Geld ins Meer werfen wie in der Erde vergraben. Und du magst es ebenso gut in die Erde vergraben wie in deine Schatzkiste oder in die Bank von England. Nicht gebrauchen heißt so viel wie verschleudern. Wenn du wirklich "Freunde mit dem ungerechten Mammon machen" willst, so füge die dritte Regel zu den beiden ersten hinzu. Hast du erstens alles erworben und zweitens alles gespart, was du konntest, dann — drittens — "gib alles, was du kannst".

Um den Grund und die Ursache hiervon einzusehen, bedenke: als der Eigentümer des Himmels und der Erde dich ins Dasein rief, setzte er dich in diese Welt nicht als Eigentümer, sondern als Verwalter.
Als solchem vertraute er dir für eine Zeitlang Güter verschiedener Art an; aber das alleinige Eigentumsrecht an ihnen bleibt bei Ihm und kann nie von Ihm auf jemand anderes übergehen. Wie du selbst nicht dein eigen bist, sondern Sein, so ist genauso alles Gottes Eigentum, was du besitzest. Sein ist deine Seele und dein Leib, nicht dir selbst, so auch dein Vermögen. Und Er hat dir gesagt, höchst klar und bestimmt, wie du es für Ihn verwenden sollst, damit es ein heiliges, durch Jesus Christus wohlgefälliges Opfer sei. Und Er hat versprochen, diesen leichten, geringfügigen Dienst mit einer ewigen, wichtigen Herrlichkeit zu belohnen.

Die Anweisungen, die Gott uns in Bezug auf den Gebrauch unseres weltlichen Vermögens erteilt hat, mögen in folgenden Punkten zusammengefasst werden.
Wenn du ein treuer und kluger Verwalter sein willst, so versieh dich aus dem Teil der Güter deines Herrn, die Er für die Gegenwart in deine Hand gelegt hat (aber mit dem Recht der Rücknahme, wann es Ihm gefällt), erstens mit Dingen, die du selbst brauchst: Nahrung zu essen, Kleidung anzuziehen, was immer die Natur vernünftigerweise erfordert, um den Körper gesund und kräftig zu halten. Zweitens versieh damit deine Gattin, deine Kinder, deine Dienstboten oder andere, die zu deinem Haushalt gehören.
Ist, wenn dies geschehen ist, noch ein Überschuss vorhanden, so "tue Gutes an den Genossen des Glaubens". Bleibt dann immer noch ein Überschuss, "so tut Gutes an jedermann, solange wir also noch Zeit haben".
Wenn du so handelst, gibst du alles, was du kannst, ja, im wahren Sinne, alles, was du hast; denn alles, was auf diese Weise verausgabt wird, ist wirklich Gott gegeben. Du "gibst Gott, was Gottes ist", nicht allein durch das, was du den Armen gibst, sondern auch das, was du ausgibst, um notwendige Dinge und deinen Haushalt zu besorgen.

Sollte dir alsdann zu irgendeiner Zeit ein Zweifel kommen über dem, was du - sei es - für dich oder für einen Teil deiner Familie aufwenden willst, so hast du einen leichten Weg, diesen zu beseitigen. Frage dich in aller Ruhe und mit allem Ernst:
"1. Handle ich bei dieser Ausgabe meinem Charakter gemäß? Handle ich hierin nicht als Eigentümer, sondern als Verwalter der Güter meines Herrn?
2. Tue ich dies im Gehorsam gegen sein Wort? In welcher Schriftstelle fordert Er von mir, dass ich dies so mache?
3. Kann ich diese Handlung, diese Ausgabe Gott als ein Opfer durch Jesus Christus darbringen?
4. Habe ich Grund zu glauben, dass ich für dieses bestimmte Werk in der Auferstehung der Gerechten Lohn empfangen werde?"

Du wirst selten mehr nötig haben, um irgendeinen Zweifel zu beseitigen, der sich über den betreffenden Punkt ergeben mag. Durch diese vierfache Betrachtung wirst du klares Licht über den Weg erhalten, den du gehen sollst.

Wenn aber noch irgendein Zweifel bleibt, so magst du dich noch weiter anhand dieser Punkte der Gewissenserforschung im Gebet prüfen. Versuche, ob du zum Erforschen der Herzen, ohne daß dich dein Gewissen verdammt, sagen kannst:
"Herr, Du siehst, ich will jetzt diese Summe für jenes Nahrungsmittel, Kleidungsstück, Hausrat ausgeben. Du weist, ich handle darin mit einfältigem Auge als Verwalter Deiner Güter. Ich möchte dieses Teil Deiner Güter so ausgeben, daß ich der Absicht entspreche, die Du hattest, als Du mich damit betrautest. Du weist, ich tue dies im Gehorsam gegen Dein Wort, wie Du befiehlst und weil Du befiehlst. Lass es denn, ich flehe zu Dir, ein heiliges, in Jesus Christus angenehmes Opfer sein. Und gib mir ein Zeugnis in mir, dass ich für diese Liebesarbeit eine Belohnung empfangen werde, wenn Du jedem nach seinen Werken vergiltst."
Nun, wenn dein Gewissen dir im Heiligen Geist Zeugnis gibt, dass dieses Gebet Gott wohlgefällt, dann hast du keinen Grund zu zweifeln, dass jene Ausgabe recht und gut ist und dich niemals in ein schlechtes Licht rücken wird.

Du siehst nun, was es heißt, euch "Freunde mit dem ungerechten Mammon" zu machen und mit welchen Mitteln du Vorsorge treffen magst, "dass wenn ihr fallt, sie euch in die ewigen Wohnungen aufnehmen werden". Du siehst das Wesen und den Umfang der wahren christlichen Klugheit, so wie sie sich auf den Gebrauch des Geldes bezieht, jener großen Gabe.
Erwirb soviel du kannst, ohne dich oder deinen Nächsten an Seele oder Leib zu verletzten, indem du dich mit ununterbrochenem Fleiß und mit allem Verstand, den Gott dir gegeben hat, dieser Aufgabe widmest; - spare, so viel du kannst, indem du jede Ausgabe vermeidest, die nur dazu dient, deinen törichten Wünschen nachzugeben; entweder die Fleischeslust, der Augen Lust oder das hoffärtige Leben zu befriedigen; verschwende nichts, ob lebend oder sterbend, an Sünde oder Torheit, ob für dich selbst oder deine Kinder; - und dann gib alles, was du kannst, oder in anderen Worten, gib alles, was du hast, Gott.
Beschränke dich nicht auf diesen oder jenen Teil, darin eher einem Juden ähnlich als einem Christen. Gib Gott nicht ein Zehntel, nicht ein Drittel, nicht die Hälfte, sondern alles, das Gott gehört, es sei mehr oder weniger; indem du alles für dich, deinen Haushalt, die Genossen des Glaubens und die ganze Menschheit in solcher Weise verwendest, dass du gute Rechenschaft über dein Verwalten geben kannst, "wenn ihr nicht mehr Verwalter sein könnt", so wie Gottes Wort es durch allgemeine wie besondere Vorschriften verordnet, so daß — was immer ihr tut — es "das Opfer eines süßen Duftes für Gott" sei und dass jede Tat ihren Lohn an jenem Tag finden wird, wenn der Herr mit allen seinen Heiligen kommt.

Liebe Brüder, können wir kluge oder treue Verwalter sein, wenn wir nicht so mit den Gütern unseres Herrn umgehen?
Wir können es nicht, wie es uns nicht nur Gottes Wort, sondern auch unser eigenes Gewissen bezeugen. Warum sollten wir also zögern? Warum sollten wir uns noch länger mit Fleisch und Blut beraten oder mit Menschen der Welt?
Unser Reich, unsere Weisheit ist nicht von dieser Welt; heidnische Sitte geht uns nichts an. Wir folgen Menschen nur so weit, als sie Nachfolger Christi sind. Höret auf Ihn!
Ja, heute, so lange es heute heißt, hört und gehorcht Seiner Stimme! Zu dieser Stunde und von dieser Stunde an tut Seinen Willen! Erfüllet sein Wort hierin und in allen Dingen!
Ich bitte euch im Namen des Herrn Jesus, handelt der Würde eures Berufes gemäß! Keine Trägheit mehr! Was immer deine Hand zu tun findet, das tue mit deiner Kraft!
Keine Verschwendung mehr! Schluss mit jeder Ausgabe, die Mode, Laune oder Fleisch und Blut fordern! Schluss mit aller Habsucht!
Verwendet vielmehr alles, was Gott euch anvertraut hat, um Gutes zu tun, alles mögliche Gute, in jeder möglichen Art und jedem möglichen Grad, den Genossen des Glaubens, allen Menschen! Dies ist kein kleiner Teil der "Klugheit der Gerechten". Gebt alles, was ihr habt, so gut wie das, was ihr seid, für Ihn als geistliches Opfer, der euch Seinen Sohn nicht vorenthalten hat, Seinen einzigen Sohn; so sammelt ihr euch einen Schatz als "guten Grund für die Zukunft, damit ihr das ewige Leben ergreifet"!